US-Forscher enthüllen „Superholz“: Stärker als Stahl und bereit, die Industrie zu verändern

Am 22. November 2025 wurde ein Bericht über bahnbrechende Forschungen an der University of Maryland (USA) veröffentlicht. Das als „Superholz“ bezeichnete Material, entwickelt von einem Team um Professor Liangbing Hu, gilt als vielversprechende Alternative zu traditionellen Baustoffen. Die Entdeckung könnte für verschiedene Industriezweige bedeutende Folgen haben und bietet ökologische Vorteile gegenüber herkömmlichen Materialien wie Stahl.
Mehr als zehn Jahre Forschung
Der Weg zum „Superholz“ begann bereits im Jahr 2017 mit der ersten Entdeckung im Center for Materials Innovation. Über mehr als ein Jahrzehnt führten die Arbeiten zur Veröffentlichung eines Verfahrens im Jahr 2018, das die Herstellung des Materials genau beschreibt. Einen wichtigen Durchbruch gab es im Jahr 2021, als gezeigt wurde, dass das Material mehr als doppelt so widerstandsfähig wie Stahl ist.
Professor Liangbing Hu, Hauptforscher und Gründer von InventWood, hat zu diesem Zweck ein Unternehmen ins Leben gerufen, das die Kommerzialisierung des neuen Materials vorantreibt. Die erste Finanzierungsrunde wurde erfolgreich im Jahr 2025 abgeschlossen, gleichzeitig mit dem Start der Produktion.
So wird Superholz hergestellt
Die Herstellung von „Superholz“ umfasst mehrere Schritte. Zuerst werden teilweise Lignin und Hämizellulose entfernt, um die natürliche Steifigkeit des Holzes zu erhöhen und Hohlräume sowie Unregelmäßigkeiten zu reduzieren. Danach werden die Cellulosefasern, die von Natur aus sehr fest sind, gezielt ausgerichtet. Durch eine Kompression unter hohem Druck entsteht schließlich ein ultra-dichter, homogener Block, der kaum zerbrechlich ist.
Dank dieser Technik zeigt das Material außergewöhnliche mechanische Eigenschaften. Bei gleichem Gewicht ist es bis zu 50 % widerstandsfähiger als Stahl und bietet ein bis zu zehnmal besseres Festigkeit-Gewicht-Verhältnis. Zudem ist es sechs Mal leichter als Stahl. Bei der Herstellung sind die CO₂-Emissionen um 90 % geringer.
Wo Superholz eingesetzt werden kann — und wie die Aussichten sind
„Superholz“ könnte in vielen Bereichen zum Einsatz kommen: beim Bau von Brücken, Gebäuden und Fahrzeugen (also dort, wo bisher Stahl verwendet wird). Seine Feuerbeständigkeit, die Resistenz gegen Mikroben und Termiten sowie die geringe Verformung bei Feuchtigkeit machen es für unterschiedliche Anwendungen interessant. Fachleute weisen jedoch darauf hin, dass es nicht sofort in der Lage ist, Stahl in Wolkenkratzern vollständig zu ersetzen.
Das privat geführte Startup InventWood hat mit seiner Innovation bereits viel Aufmerksamkeit bekommen. Dass das Unternehmen kurz nach der Gründung erhebliche Investitionen gesichert hat, spricht für ein starkes Vertrauen in die Marktfähigkeit von „Superholz“.
Die Entwicklung unterstreicht den Willen, Ressourcen nachhaltiger zu nutzen. Mit einem um 90 % reduzierten CO₂‑Fußabdruck stellt das Material eine umweltfreundliche Alternative zu herkömmlichen Baustoffen dar, was für viele Branchen attraktiv ist.
Mit der fortschreitenden Umsetzung und dem wachsenden Interesse könnte „Superholz“ sowohl in der Industrie als auch medial für Aufsehen sorgen. Die kontinuierliche Forschung und Entwicklung wird entscheiden, ob Superholz künftig eine gewichtige Rolle in der Materialindustrie spielt.