Sie machen morgens Ihr Bett nicht? Psychologen verraten, was das über Ihren Charakter aussagt

Jeder Morgen liefert Momente, die mehr aussagen, als nur ob man das Bett macht oder nicht. Diese kleine Handlung kann überraschend viel über Persönlichkeit, Planungsstil und das Bedürfnis nach Kontrolle verraten. Zwar ist der Zustand des Bettes kein moralisches Urteil, trotzdem lassen sich aus dieser Routine Hinweise auf den persönlichen Tagesrhythmus ableiten.
Warum die Morgenentscheidung zählt
Die Frage, das Bett zu machen oder liegen zu lassen, ist mehr als eine Gewohnheit. Für viele markiert sie symbolisch den Beginn eines neuen Tages. Der Übergang von Nacht zu Tag zeigt sich oft in dieser kleinen Handlung und hilft, Aufgaben und Prioritäten für den Tag einzuordnen.
Morgenrituale wie Bettmachen, Fenster öffnen, der erste Kaffee oder der Blick aufs Handy funktionieren als mentale Abkürzungen. Solche vertrauten Handgriffe strukturieren den Start in den Tag und machen ihn für unser Gehirn vorhersehbarer und kontrollierbarer.
Was das Bett über deine Persönlichkeit sagt
Die psychologische Forschung, vor allem das Fünf-Faktoren-Modell (Big Five), zeigt interessante Verknüpfungen zwischen Gewohnheiten und Persönlichkeitsmerkmalen wie Gewissenhaftigkeit und Offenheit für Erfahrungen. Menschen, die täglich ihr Bett machen, sind oft gewissenhafter, legen Wert auf Ordnung und darauf, Dinge abzuschließen. Wer das Bett ungemacht lässt, hat häufig eine höhere Toleranz für Unordnung und ist eher zur Improvisation bereit.
Untersuchungen zeigen Korrelationen: Regelmäßiges Bettmachen steht im Zusammenhang mit höherer Gewissenhaftigkeit und möglicherweise geringerer Offenheit für neue Erfahrungen. Außerdem wurde beobachtet, dass tägliches Bettmachen bei manchen Menschen mit erhöhter Angst und einer geringeren Neigung zur Extraversion einhergehen kann.
Ein kleiner Erfolg am Morgen — und die Gesundheit
Das morgendliche Bettmachen erzeugt ein Gefühl von erledigtem Erfolg, das Selbstbewusstsein stärkt und die Motivation für andere Aufgaben des Tages erhöht. Gleichzeitig gibt es praktische gesundheitliche Aspekte zu bedenken. Direkt nach dem Aufstehen kann es sinnvoll sein, das Bett offen zu lassen, damit Feuchtigkeit entweicht.
Empfohlen wird, das Bett für 20–30 Minuten ungemacht zu lassen, das Fenster zu öffnen und Tageslicht hereinströmen zu lassen. Diese Gewohnheit fördert ein trockenes, saubereres Umfeld und reduziert das Wachstum von Hausstaubmilben.
Auf die eigenen Bedürfnisse einstellen
Verschiedene Chronotypen — Frühaufsteher („Morgenvögel“) oder Spätaufsteher („Eulen“) — gehen unterschiedlich mit Morgenritualen um. Während Morgenvögel die Ruhe eines geordneten Morgens schätzen, bevorzugen Eulen oft eine flexible Routine, die schnellen Start ins Leben ermöglicht.
Im Job zeigt sich Ähnliches: Für manche hilft eine ordentliche Umgebung bei der Konzentration, andere sind in leicht chaotischer Atmosphäre kreativer. Das gilt genauso für die Schlafumgebung.
Statt nach dem vermeintlich „richtigen“ Weg zu suchen, sollte jeder für sich herausfinden, was gut tut. Für manche wirkt tägliches Bettmachen beruhigend, für andere entsteht dadurch Druck. Wichtig ist, das eigene Verhalten zu beobachten und Routinen flexibel an die täglichen Anforderungen anzupassen.
Es zeigt sich, dass die einfache Entscheidung, das Bett zu machen oder nicht, tiefere Einblicke in Gewohnheiten und psychologische Bedürfnisse geben kann. Wer seine täglichen Rituale bewusst gestaltet und an die eigenen Bedürfnisse anpasst, schafft eine Umgebung, die Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit optimal unterstützt.